<p>Eunmi Chun, Detailansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz</p>

Eunmi Chun, Detailansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz

Ein PDF Dokument mit den CVs aller im Bereich Schmuck Nominierten gibt es hier.

Eunmi Chun

Seit 16 Jahren konnte ich die europäische Denkweise kennen lernen und diese täglich mit meiner asiatischen Kultur vergleichen. Dabei wurde mir immer wichtiger, etwas zu schaffen, was, unabhängig von kulturellen Prägungen, meinem eigenen Wesen entsprach. Die größte Frage, die mich umtreibt, ist: Was ist meine Identität?

Ich denke, das Leben ist ein Prozess der Suche nach der Identität. Es ist genau wie der Prozess der Alchimisten, die nach Gold suchen, Gold herstellen wollten. Es spielt keine Rolle, ob man am Ende Erfolg hat oder nicht. Es ist nur der Prozess, der zählt. Selbst die Fragen, die uns prägen, ändern sich im Zuge des Lebensweges. Meine Materialien finde ich im Prozess der Suche nach meiner eigenen Antwort auf die Frage nach dem Leben. Jeder braucht eine individuelles Verfahren, um die Gedanken und Ideale ausdrücken zu können. Formen sind Strukturen in dreidimensionalen Materialien.

Ich bin mir bewusst, welches Potenzial Schmuck hat: als kulturelles Zeichen und als individuelle Aussage, als passendes Medium für die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Zustand einer Zivilisation. Wie auch die anderen Künste kann Schmuck als Zeugnis einer Gesellschaft gelesen werden: als eine Praxis des Bezeichnens und Hinterfragens innerhalb des kulturellen Rahmens einer Gesellschaft.

(Text: Eunmi Chun)

https://eunmichun.tumblr.com


Nadine Kuffner

Nadine Kuffner untergräbt bewusst die allgemein vorherrschende Erwartung an handwerkliche Methodik. Ihre Werke werden mit geschmolzenem Zinn „gemalt“. Hierbei entstehen Arbeiten, die sowohl das Handwerk als ein gesellschaftliches Phänomen hinterfragen wie auch die übliche Zuteilung von Herstellungsmethodik in den verschiedenen Kunstgattungen. Dadurch wird aus einer Auseinandersetzung mit dem Handwerk eine Reflexion über gesellschaftliche Wertesysteme, und die üblichen Qualitätsfaktoren Zeit, Können und Materialwert werden zur Diskussion gestellt.

(Text: Karen Pontoppidan, Schmuckismus, herausgegeben von Die Neue Sammlung – The Design Museum bei Arnoldsche Art Publishers 2019, S. 94)

www.nadinekuffner.com

Nicola Scholz

Schmuckstücke zu schaffen bedeutet für Nicola Scholz, das Verhältnis zwischen Materialität und Körperlichkeit neu zu denken. Wenn giftige Pflanzen und tödliche Substanzen wie Schießpulver und Bleigeschosse am Leib getragen werden sollen – und zwar genau dort, wo wir am verwundbarsten sind – treten wir in einen unmittelbaren Kontakt mit den damit assoziierten Gefühlen. Das, was bisher unsichtbar war, erhält eine materialisierte Präsenz und wird nun wahr-genommen. Aber auch natürliche Gegenstände, zu denen wir noch keinen Bezug hatten, rücken plötzlich an uns heran. Es ist eine freudige Überraschung, das liebliche Vogelnest als Ring an der Hand zu sehen; eine Umkehrung des Blicks, die Gedärme eines Tieres in unschuldiger Blüte zu erleben. Wer hat denn die Dinge sonst aus solcher Nähe gesehen, ihren leisen Stimmen zu horchen verstanden? Was die Künstlerin uns lehrt, ist diese Nähe der Dinge, die uns so fern zu sein schienen. Es ist eine seltene Offenheit gegenüber den Dingen, die einem hier widerfährt.

(Text: Sool Park, März 2020)

www.nicolascholz.de

Barbara Schrobenhauser

Die Arbeiten in der Ausstellung beschäftigen sich mit menschlichen Beziehungen, Kontakten, Verbindungen. Diese finden über die benutzten Materialien und Techniken ihren Ausdruck

https://klimt02.net/jewellers/barbara-schrobenhauser
http://www.flachware.de/barbara-schrobenhauser/

Carina Shoshtary 

In der Ausstellung der Förderpreise zeige ich einen Querschnitt meiner Schmuckarbeiten der letzten zwölf Jahre. Zwei Anhänger, die vorwiegend aus Alltagsplastik bestehen, entstanden zu Beginn meines Kunststudiums an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie sind repräsentativ für meine Arbeitsweise, in meiner Umgebung gefundene Materialien intuitiv und spielerisch in Objekte zu verwandeln, die der Natur einer parallelen Welt zu entspringen scheinen. So setzen sich die kristallförmigen Broschen der “What ́s Left of Krypton”- Serie aus Farbschichten zusammen, die von einer Graffitiwand in München stammen. Die Arbeiten der “Karma Chroma”- Serie vereinen Materialien aus der Natur wie Holz oder Nussschalen mit winzigen bunten Graffitischuppen zu rätselhaften Hybriden. Vier neue Stücke gehören zu meinem aktuellen “Hunter Project”. Es umfasst neben tragbarer Kunst (Masken, Schmuck), auch Musik und Photografie, welche gemeinsam Geschichten von archetypischen mystischen Gestalten erzählen. Das Projekt soll in einer Ausstellung im Herbst diesen Jahres gezeigt werden.

(Text: Carina Shoshtary)

Saalzettel Vitrine (PDF) zu den von Carina Shoshtary in der Ausstellung gezeigten Schmuckstücke.

http://carinashoshtary.com/

 

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sowie zur übergeordneten Seite der Förderpreise 2020.

<p>Eunmi Chun, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz</p>

Eunmi Chun, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz

<p>Eunmi Chun, The blue bird, Kette, 2019, Darm, Faden, Tinte, 610x310x40mm. Foto: Eunmi Chun</p>

Eunmi Chun, The blue bird, Kette, 2019, Darm, Faden, Tinte, 610x310x40mm. Foto: Eunmi Chun

<p>Nadine Kuffner, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz</p>

Nadine Kuffner, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz

<p>Nadine Kuffner, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz</p>

Nadine Kuffner, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz

<p>Nadine Kuffner, Halsschmuck, Kette, Zinn, 2017. Foto: Nadine Kuffner</p>

Nadine Kuffner, Halsschmuck, Kette, Zinn, 2017. Foto: Nadine Kuffner

<p>Nicola Scholz, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz</p>

Nicola Scholz, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz

<p>Nicola Scholz, <em>o.T.</em>, 2019, Halsschmuck, Epidermis (äußere Haut der Schlange), Gold, Durchmesser ca. 38 cm. Foto: Mirei Takeuchi</p>

Nicola Scholz, o.T., 2019, Halsschmuck, Epidermis (äußere Haut der Schlange), Gold, Durchmesser ca. 38 cm. Foto: Mirei Takeuchi

<p>Nicola Scholz, <em>o.T.</em>, 2019, Halsschmuck, Herkulesstaude (Samen), Gold, Seide, Durchmesser ca. 17cm. Foto: Mirei Takeuchi</p>

Nicola Scholz, o.T., 2019, Halsschmuck, Herkulesstaude (Samen), Gold, Seide, Durchmesser ca. 17cm. Foto: Mirei Takeuchi

<p>Barbara Schrobenhauser, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz</p>

Barbara Schrobenhauser, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz

<p>Barbara Schrobenhauser, <em>Vom Tragen und Halten, </em>Detailansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz</p>

Barbara Schrobenhauser, Vom Tragen und Halten, Detailansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz

<p>Barbara Schrobenhauser, <em>Vom Tragen und Halten V</em>, Foto: Barbara Schrobenhauser</p>

Barbara Schrobenhauser, Vom Tragen und Halten V, Foto: Barbara Schrobenhauser

<p>Carina Shoshtary, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz</p>

Carina Shoshtary, Installationsansicht Förderpreise 2020 in der Lothringer 13, Halle, Foto: Alescha Birkenholz

<p>Carina Shoshtary, Halsschmuck <em>Aurora, </em>2018. Material: Graffiti, Silber. Foto: Mirei Takeuchi</p>

Carina Shoshtary, Halsschmuck Aurora, 2018. Material: Graffiti, Silber. Foto: Mirei Takeuchi

<p>Carina Shoshtary, <em>Karma Chroma,</em> courtesy the artist</p>

Carina Shoshtary, Karma Chroma, courtesy the artist